Europa – Eine Perspektive von der Insel

Europa – Eine Perspektive von der Insel

Vor nun knapp 1.5 Jahren hörte Ich die 63 Episode des Hello Internet Podcast, die Hosts Brady und CGPGrey diskutierten über den Brexit.
Brady fragte CGPGrey ob er nicht ein Video über dieses Thema machen wolle in dem er die möglichen
Folgen des Referendum evaluieren und präsentieren könnte.
CGP lehnte ab, da gar nicht klar sei was der „Brexit“ genau bedeuten würde und die Faktenlage unklar sei.
Niemand wisse wieviel Pfund das vereinigte Königreich mehr zahle als es von der EU erhält, ob die Migration sich verringere und wie groß der Gewinn an Souveränität wirklich wäre.
Beide waren am Ende der Meinung, dass Britannien nach der akutellen Faktenlage in der Union verbleiben solle.

Mir ist dieses Gespräch seither im Kopf geblieben; ab und zu muss ich daran denken.
Was mich fasziniert ist nicht die Bewertung der Fakten, sondern die Art und Weise wie die Beiden diskutierten.
Die Art der Betrachtung war mir bis dahin gänzlich fremd, nie dachte ich so über den Brexit, oder die europäische Union.
Die Frage der Mitgliedschaft (m)eines Landes in der Staatengemeinschaft war nie eine finanzielle.
Mich interessierte nie ob Deutschland weniger Geld aus dem „Topf“ bekommt als es Einzahlt, ob nationale Souveränität verloren gehe oder Menschen in Sozialsysteme ‚einwandern‘.

Das Projekt EU ist für mich seit jeher eine emotionale Sache.
Nehmen wir Frankreich und Deutschland als Beispiel. Über Jahrhunderte waren diese Länder Rivalen, über Jahrhunderte haben sie sich bekriegt.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Großeltern meiner Altersgenossen französischen Soldaten auf dem Schlachtfeld gegenüberstanden und versuchten diese zu töten.

Heute, im Jahr 2017, hat der Terminus „deutsch-französichen Freundschaft“ den der „Erbfeindschaft“ verdrängt und ist an dessen Stelle getreten. Heute haben wir die Schlagbäume abgebaut, nutzen die gleiche Währung und studieren im jeweils anderen Land.
Franzosen und die anderen Europäer sehe Ich als meine Landsleute, für andere sind sie sogar Freunde geworden.

Obwohl ich ein Mensch bin der harte Fakten und Argumente schätzt, stellt sich mir die Frage ob diese Errugenschaften überhaupt mit solchen aufzuwiegen sind. Welchen Preis hat Frieden, wieviel ist Freundschaft wert?

CGP ist Amerikaner, Brady Australier, beide leben in London.
Sie scheinen nicht zu verstehen was die EU ist, was dieses Institution für den Kontinent und die Menschen die ihn bevölkern bedeutet.
Wahrscheinlich können sie das auch gar nicht.

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